Begriffe

Anlandestelle zum Besichtigen einer schwierigen Stelle ohne Umtrage- oder Aussetzmöglichkeit
Bootsgasse klar erkennbare, meist hindernisfreie Durchfahrt in Sohlrampe, Sohlstufe oder Wehr mit ausreichend Wassertiefe - andernfalls nur als Bootspassage bezeichnet. An Schifffahrtsstrassen oft mit beweglichem Verschluss.
Bootsrutsche Einrichtung zur Wehrüberwindung aus Beton, Holzbohlen oder Kunststoffmaterialien mit geringer Wasserüberdeckung, ausreichend zum "Darüberrutschen".
Bootspassage nicht klar erkennbare, nicht hindernisfreie Durchfahrt in Sohlrampe, Sohlstufe oder Wehr mit oft nicht ausreichend Wassertiefe, meist in naturnah umgebauten Sohlrampen
Canadier Siehe "Kanu"
Ein-/Aussetzmöglichkeit nicht speziell vorbereitete Stelle zum oft mühsamen Ein-/Aussetzen oder Umtragen und mit eingeschränkten Parkmöglichkeiten
Ein-/Aussetzstelle vorbereitete Stelle zum meist bequemen Ein-/Aussetzen oder Umtragen und meist mit Parkmöglichkeiten
Felsstufe natürlich entstandene Stufe aus Fels oder Felsblöcken
Felsrippe quer im Fluss liegender, überspülter Felsriegel, mit oder ohne klare Durchfahrt(en)
Gefällstrecke längere Strecke mit lebhafterer Strömung, erhöhtem Gefälle, höherer Schwierigkeit als im übrigen Flussverlauf
Joch Durchfahrt zwischen den Pfeilern einer Brücke oder eines offenen Wehres
Kajak oben geschlossenes, mit Doppelpaddel gefahrenes Boot, aus dem Jagdboot der Inuit entwickelt
Kanu aus dem englischen "Canoe" bzw. französischen "Canôt" abgeleitet,
oben offenes, mit Stechpaddel gefahrenes Boot, aus dem Birkenrinden-Boot der nordamerikanischen Indianer entwickelt.
Im deutschsprachigen Raum und in einigen anderen Ländern (z.B. Schweden, Niederlande) wird im offiziellen Sprachgebrauch der Verbände der Begriff "Canadier" verwendet und "Kanu" als Sammelbegriff für "Kajak und Canadier" - meist in Verbindung mit anderen Begriffen (Kanu-Verband, Kanusport, Kanuslalom ...)
Mehr Informationen zu "Kanu und Kajak"
Katarakt Folge von Felsstufen mit erhöhtem Gefälle und höherem Schwierigkeitsgrad
Kehrwasser flussaufwärts gerichtete Strömung hinter Ufervorsprüngen und Flusshindernissen. Für Kanufahrer Ruhepunkt, zum Warten auf nachfolgende Kameraden, zur Flusserkundung und zum Ein-/Aussetzen.
Kiesbanküberlauf in geschiebeführenden Flüssen typische Geschiebeanhäufung und die natürliche Form des Gefälleabbaus, oft mit seitlichem, seichtem Ablauf zu einem Prallhang oder einer Uferverbauung, dort oft mit lebhafter Strömung, im Wildwasser auch verblockt
Restwasser Die an einem Wehr in das natürliche Flussbett abgegebene Wassermenge.
Rücklauf siehe "Walze"
Niedrigwasseraufbesserung (NW-regulierung) auch in wasserarmen Zeiten mit wenig Zufluss wird aus einem Stausee eine Mindestmenge Wasser abgelassen
Prallhang steiles Ufer an der Außenkurve einer Flusskrümmung, auf die das Wasser heftig auftrifft und mit Wellen seitlich abläuft.
Presswasser Beim Aufprall einer Strömung auf einen Prallhang oder Uferverbauung oder bei Zusammenfluss schneller Strömungen entstehende seitliche oft in Fahrtrichtung längsgerichtete Wellen.
Schwall plötzliche Abflußerhöhung, z.B. durch das Öffnen von Schleusen/Schützen.
in Flußbeeschreibungen auch verwendet für "Stromschnellen", "stehende Wellen" ...
Selbstbeschränkung Durch die Kanuverbände in eigenem Ermessen ausgesprochene Empfehlung zur vorbeugenden Entlastung von sensiblen Flussstrecken. Selbstbeschränkung ist eine Befahrungsregel, die unter gegebenen Umständen bis zu einem Befahrungsverzicht festgelegt werden kann.
Sohlrampe künstlich geschaffene, schräg abfallende Stufe aus mehr oder weniger naturnah verlegten, meist kantigen Bruchsteinen gegen die Eintiefung der Fluss-Sohle. Das gesamte Wasser fließt über die Sohlrampe.
Sohlstufe künstlich geschaffene, senkrechte Beton- Holz- oder Spundwand-Stufe gegen die Eintiefung der Fluss-Sohle. Das gesamte Wasser fließt über die Sohlstufe.
Wenn eine Sohlstufe wie ein Wehr aussieht, könnte dies in Klammern dabeistehen: Sohlstufe (Wehr)...
Gegenstück zu Sohlrampe/Sohlstufe: ""Wehr""
Oft werden anstelle "Sohlstufe und Sohlrampe" folgende unschöne, unpräzise oder irreführende Begriffe verwendet:
"Abfall", "Gefällstufe", "Stufe", "Wehr", "Blockwurfwehr""
stehende Welle(n) mehr oder weniger hohe, "am gleichen Platz stehenbleibende" Tiefwasser-Welle(n), hervorgerufen durch das Auftreffen schnellerer Strömung auf langsameres tiefes Wasser.
Nicht zu verwechseln mit dem nach allen Seiten spritzenden "weißen Wasser", hervorgerufen durch Blöcke unter Wasser.
Stromschnelle
(engl. Rapid)
Flussstelle mit schneller fließendem Wasser, hervorgerufen durch größeres Gefälle, Rippen, Stufen, Verengung durch Blöcke und Felsen, am Ende der Stromschnelle oft stehende Wellen.
Stromzunge V-förmig flussabwärtsgerichtete, glatte und hindernisfreie Strömung zwischen Hindernissen
Stromstrich Bereich der schnellsten Strömung eines Fließgewässers, pendelt zwischen Prall- und Gleithang.
Tosbecken Wird gebildet durch eine Quermauer im Unterwasser eines Wehres, dient zur Bildung einer energievernichtenden Deckwalze und zur Veringerung der Erosion in der nachfolgenden Flussstrecke.
Treideln Umgehen einer schwierigen oder zu flachen Stelle durch Führen des unbemannten Bootes mit Leinen. (früher Flussaufwärtsziehen durch Pferde, Hunde, Menschen)
Umtragen Umgehen einer schwierigen Stelle durch Aussetzen, Tragen von Boot und Ausrüstung
verblockt, Verblockung mit Blöcken (Steinen, Felsen, Rippen) durchsetzter Flussbereich, meist mit erhöhtem Gefälle, typische Bezeichnung für eine Wildwasserstrecke.
Walze (Deckwalze) Gegenströmung an der Oberfläche über die ganze Breite oder über einen Teil davon, vornehmlich nach Wehren, Sohlstufen und Sohlrampen. Dabei strömt schnelles Wasser unter langsameres, dies führt zu einer Gegenströmung und zu einer permanenten Rotation. Eine Walze kann in ihrer Kraft und Länge unterschiedlich ausgeprägt und nur bei bestimmten Wasserständen vorhanden sein. Wegen ihrer Haltewirkung bei Kenterung besteht Lebensgefahr. Warnhinweise in Beschreibungen "gefährlicher Rücklauf".
Wehr Stauanlage zur Ausleitung oder Nutzung des Gefälles zur Energieerzeugung, Schifffahrt, Bewässerung, etc. Es gibt feste Wehre (Steil-, Stufen-, Bogen-, Schräg-, Spitz-, Bruchstein-Wehr), solche mit beweglichen Verschlüssen (Klappen-, Dach-, Trommel-, Walzen-, Tafel- (Schütz-), Rollschützen-, Segment-, Sektor-Wehr) und Staudämme. Meist fließt über die Wehrkante nur ein Teil des Wassers oder sie ist trocken.
"Verfallene Wehre" sind ganz oder teilweise eingebrochene ältere Wehre aus Bruchsteinen und / oder Holz und haben evtl. befahrbare Durchlässe. Wenn nicht ausdrücklich als befahrbar bezeichnet, können alte Holz- und Eisenreste gefährliche Hindernisse sein. Manche Wehre haben im Unterwasser ein (gefährliches) Tosbecken (siehe dort).
Gegenstück zu Wehr: ""Sohlrampe/Sohlstufe""
(Mehr Informationen im Canadier-Handbuch von Ralf Schönfeld / Kapitel "Wehre" http://kanadier.gps-info.de)
Wildwasser Flüsse bzw. Flussabschnitte mit Wellen, Stromschnellen, Verblockungen, Schwällen, kräftigen Seitenströmungen, Stufen, Walzen, Hindernissen.
Einteilung in WW I bis WW VI.
Alle auf dieser Internetseite beschriebenen Flußabschnitte sind mit höchstens WW II- bewertet.
bisherige Zahmwasser-Fahrer sollten sich langsam an diesen Schwierigkeitsgrad herantasten.
Einzelne umtragbare künstliche und natürliche Hindernisse werden bei der Bewertung meist nicht berücksichtigt.
Beispiel: "WW I mit Ausnahme eines umtragbaren Katarakts WW III"
Zahmwasser Seen, sowie Flussabschnitte jeder Strömungsgeschwindigkeit ohne Wellen, Schwälle, Seitenströmungen, Stromschnellen, Stufen, Hindernisse.
Einteilung in Z I bis ZW III - im Hinblick auf die Strömungsgeschwindigkeit vor Gefahrenstellen / Aussetzstellen.
- ZW I: Fließgeschwindigkeit 0-2 km/s, stromaufwärtsfahren ist möglich,
- ZW II: Fließgeschwindigkeit 2-5 km/s, in der Strömung halten ist möglich, bei Canadiern bis 3 km/s,
- ZW III: Fließgeschwindigkeit über 5 km/s, gegen die Strömung halten ist nicht mehr möglich.
Einzelne umtragbare künstliche und natürliche Hindernisse werden bei der Bewertung meist nicht berücksichtigt.
Beispiel: "ZW II, einige Stellen WW I"
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