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Anlandestelle
zum Besichtigen einer schwierigen Stelle ohne Umtrage- oder Aussetzmöglichkeit
Aussetzstelle
vorbereitete Stelle zum meist bequemen Ein-/Aussetzen oder Umtragen und meist mit Parkmöglichkeiten
Baumhindernis
die mögliche Fahrrinne teilweise oder ganz versperrende Bäume, Äste
Bootsgasse
klar erkennbare, meist hindernisfreie Durchfahrt in Sohlrampe, Sohlstufe oder Wehr mit ausreichend Wassertiefe - andernfalls nur als Bootspassage bezeichnet.
Bootsrutsche
Einrichtung zur Wehrüberwindung aus Beton, Holzbohlen oder Kunststoffmaterialien mit geringer Wasserüberdeckung, ausreichend zum "Darüberrutschen".
manchmal mit beweglichem Verschluß am Beginn, um Wasser zu sparen. Manchmal Ausführung als "Borstenpass", in dem die Fische nach oben kommen können.
Bootspassage
nicht klar erkennbare, nicht hindernisfreie Durchfahrt in Sohlrampe, Sohlstufe oder Wehr mit oft nicht ausreichend Wassertiefe, meist in naturnah umgebauten Sohlrampen
Canadier
Siehe "Kanu"
Düker ("Taucher")
Untertunnelung eines Fließwassers unter einer Straße oder einem Fluss hindurch.
Beispiele:
Der Stollen mit dem abgeleiteten Wasser des Rißbachs wird bei Vorderriß unter der Isar hindurch weiter zum Walchensee geführt.
Der Auer Mühlbach erhält sein Wasser nicht aus der nur Restwasser führenden Natur-Isar sondern vom gegenüberliegenden Werkkanal bei der Marienklause unter der Isar hindurch.
Ein-/Aussetzmöglichkeit
nicht speziell vorbereitete Stelle zum oft mühsamen Ein-/Aussetzen oder Umtragen und mit eingeschränkten Parkmöglichkeiten
Ein-/Aussetzstelle
vorbereitete Stelle zum meist bequemen Ein-/Aussetzen oder Umtragen und meist mit Parkmöglichkeiten
Felsstufe, Felsrippe
natürlich entstandene Stufe aus Fels oder Felsblöcken oder quer im Fluss liegender, überspülter Felsriegel, mit oder ohne klare Durchfahrt(en)
Fischpass
künstlich angelegte, jedoch naturnah gebaute Aufstiegshilfe für Fische und dandere Wasser-Lebewesen zur Umgehung eines Wehres oder einer Sohlstufe
Fischtreppe
künstlich angelegte und oft unbrauchbare Aufstiegshilfe für Fische und dandere Wasser-Lebewesen zur Umgehung eines Wehres oder einer Sohlstufe. Heute nicht mehr so gebaut.
Floßgasse
Durchfahrtmöglichkeit für Flöße durch ein Wehr, manchmal mit Bauschäden oder mit eingebauten Floßbremsen, dann für Freizeitboote nicht befahrbar.
Gefällstrecke
längere Strecke mit lebhafterer Strömung, erhöhtem Gefälle, höherer Schwierigkeit als im übrigen Flussverlauf
Hochwasser
Gegenüber dem normalen Wasserstand erheblich erhöhte Wassermenge, für Unerfahrene lebensgefährlich: Wasserwucht, kein kontrolliertes Schwimmen möglich, keine Anlandestellen, Treibholz, Hängenbleiben in Bäumen und Sträuchern etc. etc. Aus einen überfluteten Auwald mit Strömung wieder herauszukommen ist ebenso äußerst schwierig, wie bei reißender Strömung anzulanden.
Hochwasser-Meldestufen
Quelle: Hochwassernachrichtendienst Bayern
Die Hochwasserlage wird nach folgenden Meldestufen klassifiziert:
Meldestufe 1: Stellenweise kleinere Ausuferungen.
Meldestufe 2: Land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet oder leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen.
Meldestufe 3: Einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet oder Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen oder vereinzelter Einsatz der Wasser- oder Dammwehr erforderlich.
Meldestufe 4: Bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet oder Einsatz der Wasser- oder Dammwehr in großem Umfang erforderlich.
Joch
Durchfahrt zwischen den Pfeilern einer Brücke oder eines offenen Wehres
Kajak
oben geschlossenes, mit Doppelpaddel gefahrenes Boot, aus dem Jagdboot der Inuit entwickelt
Kanu
aus dem englischen "Canoe" bzw. französischen "Canôt" abgeleitet,
oben offenes, mit Stechpaddel gefahrenes Boot, aus dem Birkenrinden-Boot der nordamerikanischen Indianer entwickelt.
Im deutschsprachigen Raum und in einigen anderen Ländern (z.B. Schweden, Niederlande) wird im offiziellen Sprachgebrauch der Verbände der Begriff "Canadier" verwendet und "Kanu" als Sammelbegriff für "Kajak und Canadier" - meist in Verbindung mit anderen Begriffen (Kanu-Verband, Kanusport, Kanuslalom ...)   
Mehr Informationen zu "Kanu und Kajak"
Katarakt
Folge von Felsstufen mit erhöhtem Gefälle und höherem Schwierigkeitsgrad
Kehrwasser
flussaufwärts gerichtete Strömung hinter Ufervorsprüngen und Flusshindernissen. Für Kanufahrer Ruhepunkt, zum Warten auf nachfolgende Kameraden, zur Flusserkundung und zum Ein-/Aussetzen.
Kiesbanküberlauf
in geschiebeführenden Flüssen typische Geschiebeanhäufung und die natürliche Form des Gefälleabbaus. Hochwasser lagern bei geringfügig verringerter Fließgeschwindigkeit Geschiebe ab. Bei Normalwasser kommt das Wasser nicht mehr drüber hinweg, sondern fließt mit seitlichem, langezogenem seichtem Ablauf zum Ufer oder der Uferverbauung, dort oft Prallhang mit lebhafter Strömung, im Wildwasser auch verblockt
Niedrigwasseraufbesserung (NW-regulierung)
auch in wasserarmen Zeiten mit wenig Zufluss wird aus einem Stausee eine Mindestmenge Wasser abgelassen

Pegel

Meist wird in Flußbeschreibungen der "Pegel" angegeben und man meint damit den Wasserstand in cm. Der ist aber lediglich "ein willkürlich ins Wasser gehaltener und fixierter Meterstab" und somit zunächst nicht aussagekräftig für Bootfahrer. Denn der Pegel "75 cm" kann bei dem einen Fluss zu große Wassermenge und hohen Wasserdruck unter die Baumhindernisse in Kurven bedeuten, während er bei einem anderen Fluss zur Befahrung nicht ausreicht. ...

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Prallwand, Prallhang
steiles Ufer an der Außenkurve einer Flusskrümmung, auf die das Wasser heftig auftrifft und mit Wellen seitlich abläuft.
Presswasser
Beim Aufprall einer Strömung auf einen Prallhang oder Uferverbauung oder bei Zusammenfluss schneller Strömungen entstehende seitliche oft in Fahrtrichtung längsgerichtete Wellen.
Restwasser
Die an einem Wehr in das natürliche Flussbett abgegebene Wassermenge.
Rücklauf
siehe "Walze"
Schwall
plötzliche Abflusserhöhung, z.B. durch das Öffnen von Schleusen/Schützen.
in Flußbeschreibungen auch verwendet für "Stromschnellen", "stehende Wellen" ...
Selbstbeschränkung
Durch die Kanuverbände in eigenem Ermessen ausgesprochene Empfehlung zur vorbeugenden Entlastung von sensiblen Flussstrecken. Selbstbeschränkung ist eine Befahrungsregel, die unter gegebenen Umständen bis zu einem Befahrungsverzicht festgelegt werden kann.
Sohlrampe
künstlich geschaffene, schräg abfallende Stufe aus mehr oder weniger naturnah verlegten, meist kantigen Bruchsteinen gegen die Eintiefung der Fluss-Sohle. Das gesamte Wasser fließt über die Sohlrampe.
Sohlstufe
künstlich geschaffene, senkrechte Beton- Holz- oder Spundwand-Stufe gegen die Eintiefung der Fluss-Sohle. Das gesamte Wasser fließt über die Sohlstufe.
Wenn eine Sohlstufe wie ein Wehr aussieht, könnte dies in Klammern dabeistehen: Sohlstufe (Wehr)...
Gegenstück zu Sohlrampe/Sohlstufe: "Wehr"
Oft werden anstelle "Sohlstufe und Sohlrampe" folgende unschöne, unpräzise oder irreführende Begriffe verwendet:
"Abfall", "Gefällstufe", "Stufe", "Wehr", "Blockwurfwehr"
Staulegung
Während einzelner Hochwassers werden die Schütze der Wehre Bad Tölz, Icking und Baierbrunn geöffnet, um die abgelagerte und die zuströmende Kiesfracht ins Unterwasser durchzulassen. Die starke Strömung auf die Wehre zu und fehlende Anlandemöglichkeiten machen diese Situation besonders gefährlich. Bei diesen Wassermassen in die Wehröffnung hineinzugeraten wäre mit Sicherheit tödlich.
siehe hierzu Bilderserien unter > Isar > Bilder > Bad Tölz - Schäftlarn > Staulegung ...
stehende Welle(n)
mehr oder weniger hohe, "am gleichen Platz stehenbleibende" Tiefwasser-Welle(n), hervorgerufen durch das Auftreffen schnellerer Strömung auf langsameres tiefes Wasser.
Nicht zu verwechseln mit dem nach allen Seiten spritzenden "weißen Wasser", hervorgerufen durch Blöcke unter Wasser.
Stromschnelle (engl. Rapid)
Flussstelle mit schneller fließendem Wasser, hervorgerufen durch größeres Gefälle, Rippen, Stufen, Verengung durch Blöcke und Felsen, am Ende der Stromschnelle oft stehende Wellen.
Stromzunge
V-förmig flussabwärtsgerichtete, glatte und hindernisfreie Strömung zwischen Hindernissen
Stromstrich
Bereich der schnellsten Strömung eines Fließgewässers, pendelt zwischen Prall- und Gleithang.
Tosbecken
Wird gebildet durch eine Quermauer im Unterwasser eines Wehres, dient zur Bildung einer energievernichtenden Deckwalze und zur Veringerung der Erosion in der nachfolgenden Flussstrecke.
Wegen der Quermauer im Unterwasser eine tödliche Gefahr.
Treideln
Umgehen einer schwierigen oder zu flachen Stelle durch Führen des unbemannten Bootes mit zwei Leinen. (früher auch Flussaufwärtsziehen durch Pferde, Hunde, Menschen).
Umtragen
Umgehen einer unbefahrbaren, schwierigen, zu wenig wasserführenden Stelle oder einer Verbindung zwischen zwei Wasserwegen durch Tragen oder mit Bootswagen fahren. engl. "Portage"
verblockt, Verblockung
mit Blöcken (Steinen, Felsen, Rippen) durchsetzter Flussbereich, meist mit erhöhtem Gefälle.
Verklausung
Teilweiser oder vollständiger Verschluss eines Fließgewässerquerschnittes durch angeschwemmtes Treibgutes oder Totholz, evtl. auch mit Rückstau (ursprünglich aus der Holzwirtschaft: Verkeilen der getrifteten sStämme an einer Engstelle).
Baumstämme und/oder Äste legen sich im Wasser quer und verdichten sich durch weiteres Treibgut. Die größte Gefahr ist, vom schnell strömenden Wasser unter diesen ""Baum- und Strauchverhau" hineingezogen zu werden und zwangsläufig mit geringer Überlebenschance hängenzubleiben.
Wortherkunft: "Klause" ist ein besonders enger und steiler Abschnitt in einem Flusstal.
Walze (Deckwalze)
Gegenströmung an der Oberfläche über die ganze Breite oder über einen Teil davon, vornehmlich nach Wehren, Sohlstufen und Sohlrampen. Dabei strömt schnelles Wasser unter langsameres, dies führt zu einer Gegenströmung und zu einer permanenten Rotation. Eine Walze kann in ihrer Kraft und Länge unterschiedlich ausgeprägt und nur bei bestimmten Wasserständen vorhanden sein. Wegen ihrer Haltewirkung bei Kenterung besteht Lebensgefahr. Warnhinweise in Beschreibungen "gefährlicher Rücklauf".
Im Gegensatz dazu bildet eine "Grundwalze" diesen Rücklauf am Boden.
Wehr
Stauanlage zur Ausleitung oder Nutzung des Gefälles zur Energieerzeugung, Schifffahrt, Bewässerung, etc. Es gibt feste Wehre (Steil-, Stufen-, Bogen-, Schräg-, Spitz-, Bruchstein-Wehr), solche mit beweglichen Verschlüssen (Klappen-, Dach-, Trommel-, Walzen-, Tafel- (Schütz-), Rollschützen-, Segment-, Sektor-Wehr) und Staudämme. Meist fließt über die Wehrkante nur ein Teil des Wassers oder sie ist trocken.
"Verfallene Wehre" sind ganz oder teilweise eingebrochene ältere Wehre aus Bruchsteinen und / oder Holz und haben evtl. befahrbare Durchlässe. Wenn nicht ausdrücklich als befahrbar bezeichnet, können alte Holz- und Eisenreste gefährliche Hindernisse sein. Manche Wehre haben im Unterwasser ein (gefährliches) Tosbecken (siehe dort).
Gegenstück zu Wehr: "Sohlrampe/Sohlstufe"
(Mehr Informationen im Canadier-Handbuch von Ralf Schönfeld / Kapitel "Wehre" http://kanadier.gps-info.de/b-wehre.htm)
Wildwasser, WW
Flüsse bzw. Flussabschnitte mit Wellen, Stromschnellen, Verblockungen, Schwällen, kräftigen Seitenströmungen, Stufen, Walzen, Hindernissen.   Einteilung in WW I bis WW VI.
Alle auf dieser Internetseite beschriebenen Flußabschnitte sind mit höchstens WW II- bewertet.
bisherige Zahmwasser-Fahrer sollten sich langsam an diesen Schwierigkeitsgrad herantasten.
Einzelne umtragbare künstliche und natürliche Hindernisse werden bei der Bewertung meist nicht berücksichtigt.
Beispiel: "WW I mit Ausnahme eines umtragbaren Katarakts WW III"
Zahmwasser, ZW
Seen, sowie Flussabschnitte jeder Strömungsgeschwindigkeit, jedoch ohne Wellen, Schwälle, Seitenströmungen, Stromschnellen, Stufen, Hindernisse.   Einteilung in ZW I bis ZW III - im Hinblick auf die Strömungsgeschwindigkeit vor Gefahrenstellen / Aussetzstellen.
- ZW I: Fließgeschwindigkeit 0-2 km/h, stromaufwärtsfahren ist möglich,
- ZW II: Fließgeschwindigkeit 2-5 km/h, in der Strömung halten ist möglich,
- ZW III: Fließgeschwindigkeit über 5 km/h, gegen die Strömung halten ist nicht mehr möglich.
Einzelne umtragbare künstliche und natürliche Hindernisse werden bei der Bewertung meist nicht berücksichtigt. Beispiel: "ZW II, einige Stellen WW I"